12.04.2021

Pandemiekontrolle nicht auf Eltern und Familien abwälzen!

Seit heute werden Eltern verpflichtet, negative PCR-Tests in der Kita oder im Hort vorzulegen, wenn ihre Kinder leichte Erkältungssymptome wie Schnupfen aufweisen. Ohne negatives Testergebnis müssen die betroffenen Kinder sieben Tage zu Hause bleiben.

Dazu Anne Shepley, Spitzenkandidatin der GRÜNEN MV zur Landtagswahl:

„Die Landesregierung wälzt hier erneut das Problem der Pandemiekontrolle auf die Familien ab. Auf den Schultern der Eltern und den schon völlig am Limit arbeitenden Kitaleitungen und Erzieher*innen lastet ab heute eine weitere Aufgabe. Völlig verunsicherte Eltern, weiter verspieltes Vertrauen der Bevölkerung, das sind die Ergebnisse der neuen Anweisungen für Kita und Hort.

Anpassungen der Verordnungen sind angesichts steigender Infektionszahlen notwendig, jedoch sind praxistaugliche Übergangsregelungen notwendig, um die neuen Anforderungen auch umsetzen zu können. Wieso erfahren diejenigen, die am stärksten betroffen sind, immer erst Freitag, was ab Montag gilt? So kann kein ordentlicher Betrieb gewährleistet werden. Daher fordern wir einen längeren Übergangszeitraum vor dem Inkrafttreten solcher Regelungen.

Kinder bis fünf Jahre haben zu dieser Jahreszeit faktisch fast ständig Schnupfen. Es bleiben also nur sehr wenige Familien von der Regelung unberührt. Das bedeutet eine große Unsicherheit für die Eltern, die nicht wissen, ob sie morgen noch arbeiten gehen oder für sieben Tage mit geringem Kinderkrankengeld zu Hause bleiben müssen.“

Dr. Harald Terpe, GRÜNER Spitzenkandidat zur Landtagswahl, ergänzt:

„Aus medizinischer Sicht gibt es einige Einwände, die dagegensprechen, dass ein reiner Schnupfen als Anlass für einen PCR-Test genommen wird. Gerade zu dieser Jahreszeit ist ein leichter Schnupfen bei Kindern bis zum Alter von fünf Jahren weit verbreitet. Es ist sinnvoller, die Kinder erst zu testen, wenn mehrere Symptome, insbesondere Fieber bei ihnen auftreten. Besonders bei Letzterem sollten umgehend Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden.

Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die Praxen dem Ansturm der vielen Testungen gewachsen sind. Wie sinnvoll diese neue, im Hau-Ruck-Verfahren aufgestellte Regelung ist, wird sich erst in einigen Wochen zeigen. Jedoch ist das Unverständnis über die Kurzfristigkeit der Forderungen an Eltern und Erzieher*innen jetzt sehr groß.

Die Landesregierung ist in der Pflicht, die Bevölkerung zu schützen, aber bitte nicht komplett an der Realität vorbei und mit Forderungen, die in der Praxis schwer umsetzbar sind.“

Kategorien:Pressemitteilung Familie und Soziales Gesundheit
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