08.07.2015

Von: JSIWo

„Gegessen wird, was auf den Tisch kommt?"

Gleichzeitig bringt dieses Thema viele Eltern knapp sechs Monate nach Einführung der Vollverpflegung in den Kindertagesstätten immer noch zum Kochen, aus meiner Sicht zu Recht! Das Gesetz verlangt, dass von Seiten der Einrichtung eine Ganztagsverpflegung gewährleistet wird. Wo vorher die Kosten tagesgenau abgerechnet wurden, hat das städtische Jugendamt eine Pauschale für die von ihm unterstützten Kinder eingeführt und empfohlen, diese auch auf die Selbstzahler zu übertragen. Daher wird das Essen für 17 Tage im Monat – was zeitgleich mit einer Preiserhöhung einherging – bezahlt, egal wie viele Tage das Kind tatsächlich anwesend war.

Es ist klar, dass Sie sich als Eltern an der Tatsache stören, dass Sie so auch grundsätzlich alle drei Mahlzeiten zahlen müssen, auch wenn sie ihr Kind erst nach dem Frühstück bringen. Aus unserer grünen Sicht ist mit der Einführung der Vollverpflegung sehr viel Vertrauen verspielt worden. Sie als Eltern haben deutlich gemacht, dass Sie Entscheidungen, die über ihre Köpfe hinweg getroffen wurden, nicht mittragen.

Aus diesem Grund muss die Stärkung der Elternbeteiligung vorangebracht werden. Sie ist ein wesentlicher Aspekt demokratischer Mitwirkungsstrukturen, so die aktive Einbeziehung der Elternräte beispielsweise. Sie sind gemäß § 8 des Kindertagesförderungsgesetzes derzeit mitwirkend tätig und können bei Entscheidungen in der Kita lediglich beratend wirken. Aus unserer Sicht jedoch bedarf es der Zustimmung durch den Elternrat, wenn beispielsweise Entscheidungen getroffen werden, die über den Rahmen der regulären pädagogischen Konzeption der Einrichtung hinausgehen und die Eltern in finanzieller Hinsicht außerhalb der regelmäßigen Elternbeiträge berühren, somit auch die Frage der Verpflegung der Kinder. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Entscheidungen über das Essen von Eltern und Kita-Trägern gemeinsam getroffen werden.

Wir möchten Ihre Probleme auf- und ernstnehmen, aber auch mit Ihnen nach Ansätze suchen, diese verfahrene Situation aufzulösen. Dieser Abend ist eine Chance, die wir gemeinsam mit Ihnen nutzen möchten. Doch neben der problematischen Essensabrechnung und Elternmitbestimmung möchten wir die Essensqualität als weiteres Thema des Abends in die Diskussion miteinbeziehen. Wir machen uns für Qualitätskriterien – was auch einen fairen Preis und Strukturen einschließt – stark.

Wir möchten Ihnen als gutes Praxisbeispiel der Region das Jugendhaus "Storchennest" e. V. vorstellen und mit der Geschäftsführerin Anke Ehrecke über die Ansätze, Kriterien und Erfahrungen zum Catering für Kinder und Jugendliche ins Gespräch kommen. Lassen Sie uns diskutieren, wie wir leckeres, gesundes Essen auf den Tellern unserer Kinder garantieren können, wie das Ganze bezahlbar bleibt und wie eine faire Abrechenpraxis umgesetzt werden kann.

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und lebhafte Diskussionen.

Kategorien:Vorpommern-Rügen Stralsund
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