18.06.2021

Coronafolgen: Schule muss neue Wege gehen

Anne Shepley: "Wir müssen den Druck von den Schülerinnen und Schülern nehmen."

Anne Shepley: „Wir müssen den Druck von den Schülerinnen und Schülern nehmen.“

Bündnis 90/ Die GRÜNEN MV fordern eine konsequente Überarbeitung der Rahmenpläne für die Schulen, um die Coronafolgen zu bewältigen.
Anne Shepley, GRÜNE-Spitzenkandidatin für den Landtag, sagt: „Schule nach der Pandemie kann nicht die gleiche Schule wie vor der Pandemie sein. Wir müssen den Druck von den Schülerinnen und Schülern nehmen. Es ist nötig, Faktenmengen kritisch zu hinterfragen und Lerninhalte besser zu vernetzen.

Dafür brauchen die Schulen brauchen zusätzliche Ressourcen, um dies auch umsetzen zu können. Wir dürfen im nächsten Schuljahr nicht so tun, als könnten die Folgen von anderthalb Jahren Pandemie an den Schulen nebenbei mit Nachhilfe und einigen Förderstunden gelöst werden!“

Carla Helene Bandlow, 16 Jahre, Schülerin eines Gymnasiums in Schwerin und Mitglied der GRÜNEN Jugend sagt: „Eine solche Teilnehmer*innenurkunde, wie die, die uns das Bildungsministerium jetzt aushändigt, ist das letzte, was wir in dieser Situation gebrauchen können. Was wir brauchen ist weniger Leistungsdruck, endlich WLAN an den Schulen und ein Gefühl des Miteinanders, anstelle endloser, unkoordinierter Homeschooling-Aufträge.“

Die GRÜNEN fordern, dass das Bildungsministerium jetzt die Rahmenplan-Kommissionen für die einzelnen Fächer einberufen. Sie sollten gemeinsam ehrlich prüfen, welche Anforderungen wirklich zeitgemäß und leistbar sind. Dabei geht es zum Einen um die vielfach geforderte ‚Entschlackung‘ der Lehrpläne. Genauso wichtig ist es aber auch, vernetztes Lernen zu stärken.

Anne Shepley sagt: „Die Schülerinnen und Schüler hatten und haben enormen psychischen Druck zu verkraften. Wir brauchen darum unbedingt zusätzliche Stellen für Schulsozialarbeit und Schulpsycholog*innen. Und wir benötigen jetzt auch dringend mehr Lehrkräfte für kleinere Klassen und bessere individuelle Förderung. Die Realität ist aber, dass Mecklenburg-Vorpommern schon jetzt nicht alle freien Stellen besetzen kann, weil das Land viel zu wenig neue Lehrkräfte ausbildet. Das muss sich zwingend ändern!“

Der 18-jährige Theo Simon Ohnesorg aus Schwerin erzählt: „Die Schulpolitik des Landes in der Pandemie beschränkte sich darauf, am Wochenende Weisungen an die Schulleitungen zu geben, die diese bis Montag umsetzen mussten. Der Versuch, mit "It’s Learning" eine Lernplattform auf die Beine zu stellen, schlug gravierend fehl - die Seite war oft nicht erreichbar und in ihrer Funktion stark eingeschränkt.“

BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN plädieren außerdem dafür, einen gemeinsamen Bildungsgipfel für den Übergang in die Ausbildung oder ins Studium anzusetzen. Es sollte zum Beispiel diskutiert werden, an den Anfang der Ausbildung und des Studiums kompakte Vorbereitungswochen zu stellen, die ganz spezifisch auf die Anforderungen des jeweiligen Studien- und Ausbildungsgangs ausgerichtet sind. Einzelne Hochschulen haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht.“

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