01.04.2011

Beschluss der Stralsunder Bürgerschaft zum Theater Vorpommern

Gleichlautend mit den Beschlüssen des Landkreises Rügen und der Bürgerschaft Greifswald wurde beschlossen, der Aufnahme von Haustarifverhandlungen durch den Deutschen Bühnenverein und den kommunalen Arbeitgeberverband zuzustimmen, welche die wirtschaftliche Existenz der Theater Vorpommern GmbH bis zum Jahr 2016 sichert. Im Rahmen einer Kooperation mit der Volkstheater Rostock GmbH und ggf. mit der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz sind Synergien zu finden, welche die wirtschaftliche Existenz der Theater Vorpommern GmbH nachhaltig und langfristig sichert.

Für Jürgen Suhr, Vorsitzender der Forumsfraktion und des bündnisgrünen Stadtverbandes, war dieser Beschluss nicht weitreichend genug: „Wir sollten auf Vorschlag der Verwaltungen aus Greifswald, Rügen und Stralsund etwas beschließen, was doch schon längst in der Umsetzung ist. Die Bürgerschaft hätte sich auf diese Art und Weise vor den wirklich schwerwiegenden und einschneidenden Maßnahmen gedrückt. Denn es liegt bekanntlich ein Bericht zur Lage und zu den Perspektiven der Theater Vorpommern GmbH vor, in dem 18 unterschiedliche Einsparungsvarianten vorgeschlagen werden, die alle Personalkürzungen vorsehen. Diese sollen bekanntlich schon 2012 umgesetzt werden. Dies wiederum heißt, dass erste personalrechtliche Schritte in den nächsten Monaten erfolgen würden, ohne dass die Bürgerschaft hier einbezogen werden müsste. Das haben wir nicht akzeptiert. Deshalb wurde von unserer Seite ein Ergänzungsantrag eingebracht, der die Beteiligung der Bürgerschaft sichert. Wir wollen hier Verantwortung übernehmen!“

Der Ergänzungsantrag, der dann mit Mehrheit angenommen wurde, hat folgenden Wortlaut: Unabhängig von der o.g. Weisung an den Vertreter der Gesellschafterversammlung der Theater Vorpommern GmbH behält sich die Bürgerschaft eine Zustimmung zu etwaigen personalrechtlichen Maßnahmen vor. Dies gilt insbesondere für die im Bericht der Geschäftsführung zur Lage und den Perspektiven der Theater Vorpommern GmbH aufgeführten Maßnahmen zur Schließung von Sparten und Spartenreduzierungen.

„Mit dieser Ergänzung“, so Suhr, „ist gesichert, dass keine personalrechtlichen Schritte ohne Zustimmung der Bürgerschaft erfolgen können. Unser Ziel ist es, den Personalbestand am Theater zu erhalten.“ Zur Finanzierung des damit verbundenen Defizits in der mittelfristigen Finanzplanung des Theaters sehen die Stralsunder Bündnisgrünen zwei Möglichkeiten. Jürgen Suhr: „Einerseits möchten wir nach der Neubildung des neuen Ostseekreises durchsetzen, dass sich der Kreis an der Theater Vorpommern GmbH beteiligt und damit auch einen Teil der Kosten übernimmt. Darüber hinaus wollen wir auf Landesebene erreichen, dass die Deckelung der Zuschüsse, die derzeit bei 38,5 Millionen Euro liegt, aufgehoben wird. Das Land muss sich zukünftig an den jährlich steigenden Kosten der Theater beteiligen und darf dies nicht auf die Schultern der Städte und Landkreise abladen. Doch um das zu erreichen, müssen wir erst einmal 2011 und 2012 ohne Personalkürzungen überstehen. Wir wollen alles dafür tun!“ 

Kategorien:Stralsund
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